Im Kern geht es um die Verzinsung von Stablecoins. Der Clarity Act, der gerade im Kongress verhandelt wird, würde Emittenten erlauben, ihren Kunden Zinsen auf ihre digitalen Dollar-Guthaben zu zahlen. Klingt erstmal fair, oder? Doch Franzén sieht darin eine massive Wettbewerbsverzerrung. „Große Tech-Konzerne und Krypto-Plattformen kriegen hier ein Geschenk, während wir uns abstrampeln, um unsere Kunden zu halten.“
Da haben die großen Stablecoin-Emittenten wie Circle oder Paxos einen klaren Vorteil: Sie agieren global, können sich günstig refinanzieren und bieten locker höhere Zinsen, als eine lokale Sparkasse jemals stemmen könnte. Und genau das wird zum Problem. Denn diese Banken sind an strenge Regeln gebunden – sie müssen Einlagen sichern, Rücklagen bilden und Kredite für den Mittelstand vor Ort vergeben. Wenn nun plötzlich massenhaft Gelder von klassischen Girokonten in zinstragende Stablecoins fließen, fehlt den Banken die Liquidität. „Das Ergebnis? Eine Kreditklemme genau dort, wo sie am wenigsten gebraucht wird – in ländlichen Regionen, bei Landwirten, bei kleinen Unternehmen, die ohnehin schon um jeden Cent kämpfen“, sagt Franzén mit Nachdruck.
Die Blockchain Association kontert mit dem Argument, der Markt solle selbst entscheiden – die Verbraucher würden ja schließlich von den höheren Renditen profitieren. Doch Franzén schüttelt nur den Kopf. „Das ist doch Augenwischerei! Die großen Player hab
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Jetzt auf Coinbase starten →en die Marketingbudgets, die Reichweite und die Mittel, um Kunden abzuwerben. Eine kleine Sparkasse in Nebraska hat da keine Chance.“ Er erinnert an die 1980er-Jahre, als Geldmarktfonds ähnliches Chaos anrichteten und am Ende sogar eine Bankenkrise auslösten, die nur mit staatlicher Hilfe bewältigt werden konnte.
Doch das ist noch nicht alles: Die Stablecoin-Emittenten unterliegen nach dem Clarity Act viel lockereren Regeln als Banken. Keine Mindestreserven, keine Einlagensicherung, keine strenge Aufsicht. Geht ein Anbieter pleite, verlieren die Kunden ihr Geld – und der Steuerzahler müsste wieder die Zeche zahlen. Die Community-Banken hingegen tragen ihr Risiko selbst, finanzieren es über Gebühren und Zinsmargen. „Hier wird eine Konkurrenz subventioniert, die kaum Regeln kennt, während wir uns an strenge Vorschriften halten müssen“, sagt Franzén. „Das ist kein fairer Wettbewerb, das ist ein Wettbewerbsmord.“
Seine Forderung ist klar: Der Clarity Act muss nachgebessert werden. Stablecoin-Zinsen sollten nur erlaubt sein, wenn die Emittenten vollumfänglich als Banken reguliert werden – mit allen Pflichten und Kontrollen. Oder alternativ müsste das Gesetz sicherstellen, dass auch kleine Banken Zugang zu diesen Märkten bekommen, etwa durch Partnerschaften oder gemeinsame Infrastruktur. „Wir blockieren keine Innovation“, betont er. „Aber wir können nicht zulassen, dass ein Gesetz unsere Finanzgrundlagen aushebelt, nur damit ein paar Milliardäre noch mehr Geld scheffeln können.“
Die Debatte zeigt mal wieder, wie kompliziert die Regulierung digitaler Währungen ist. Der Clarity Act mag gut gemeint sein, doch seine Auswirkungen auf das traditionelle Bankensystem werden sträflich unterschätzt. Wenn der Kongress nicht bald handelt, könnte das Gesetz genau das Gegenteil bewirken: Chaos statt Klarheit, Ungleichheit statt Chancengleichheit – und am Ende vielleicht sogar neue Finanzkrisen. Lokale Banken sind kein Relikt der Vergangenheit. Sie sind systemrelevant, sie sind vor Ort verankert, und sie verdienen es, dass ihre Stimme gehört wird. In Washington sollte das endlich ankommen.
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