Was genau will Illinois mit dem Gesetz erreichen?
Seit August 2023 gibt es in Illinois eine neue Regelung: digitale Vermögenswerte wie Bitcoin, Ethereum oder NFTs werden nun anders besteuert als klassische Anlagen wie Aktien oder Immobilien. Das große Problem? Die sogenannte „Fair Market Value Tax“. Klingt erstmal harmlos, bedeutet aber Folgendes: Selbst wenn du deine Kryptos einfach nur hältst und nicht verkaufst, kann eine Steuer fällig werden – und zwar immer dann, wenn du sie in eine andere Krypto umtauschst oder damit bezahlst.
Stellt euch das mal vor: Ihr habt vor zwei Jahren für 10.000 Dollar Bitcoin gekauft. Heute ist der Wert auf 50.000 Dollar gestiegen. Wenn ihr jetzt einen Teil davon in Ethereum tauscht, müsstet ihr nicht nur auf den Gewinn Steuern zahlen (was ja schon üblich ist), sondern auch noch auf den vollen Marktwert der Transaktion. Das ist, als würde man beim Kauf eines Hauses nicht nur die Wertsteigerung besteuern, sondern gleich den gesamten Kaufpreis – unabhängig davon, ob man das Haus überhaupt verkauft.
Warum die Krypto-Welt sauer ist
Die Blockchain Association und die CCI sehen darin nicht nur eine Ungerechtigkeit, sondern auch einen klaren Verstoß gegen die Verfassung. Ihre Hauptargumente:
1. Doppelte Besteuerung
Digitale Assets werden oft schon bei ihrer Entstehung oder beim Kauf besteuert. Jetzt kommt eine weitere Steuer auf jede
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2. Verstoß gegen den zwischenstaatlichen Handel
3. Innovationsbremse
Kleine Unternehmen und Entwickler hätten mit dem neuen Gesetz enorme bürokratische Hürden zu überwinden. Wer soll das alles stemmen? Und vor allem: Wer will das?
Was sagt Illinois dazu?
Die Regierung des Bundesstaates betont, dass digitale Assets eine völlig neue Asset-Klasse seien und daher spezielle Regeln bräuchten. Die „Fair Market Value Tax“ soll vor allem Steuerhinterziehung verhindern – immerhin sind Kryptos notorisch schwer zu tracken. Ein Sprecher der Staatsregierung meinte trocken: „Es geht nicht um neue Steuern, sondern darum, dass alle ihren fairen Anteil zahlen.“
Doch die Krypto-Community bleibt skeptisch. Wenn Illinois damit durchkommt, könnte das Schule machen – und andere Bundesstaaten würden ähnliche Gesetze einführen. Das Ergebnis? Eine Zersplitterung der Regeln, die für Unternehmen und Nutzer gleichermaßen nerven würde.
Was kommt jetzt?
Die Klage könnte ein Präzedenzfall werden. Entweder das Gesetz wird kippt – und damit ein Signal gesetzt, dass die USA eine bundesweite Regulierung brauchen. Oder es hält stand, und plötzlich führen andere Bundesstaaten ähnliche Regelungen ein.
Die Krypto-Community hofft auf das Erste. Schließlich wünschen sich viele Investoren und Entwickler nichts sehnlicher als klare, bundesweite Regeln – statt eines Flickenteppichs aus unterschiedlichen Steuergesetzen.
Eines ist sicher: Dieser Streit wird noch lange nicht vorbei sein. Und die kommenden Monate werden zeigen, ob Illinois mit seiner strengen Krypto-Steuer einen Präzedenzfall schafft – oder ob die Branche am Ende doch die Oberhand behält.
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