Der Fehler: Ein Seed-Generierungsproblem, das uns alle etwas angeht
Im Juli und August 2026 wurde ein Bug in der Zufallszahlengenerierung bei der Einrichtung neuer Coldcard-Geräte entdeckt. Besonders heikel: Unter bestimmten Bedingungen konnte die Seed-Phrase vorhersehbar sein, wenn Nutzer die standardmäßige Zufallsfunktion des Geräts nutzten. Coinkite hat zwar schnell reagiert und zusätzliche Entropiequellen wie Würfelwürfe oder manuelle Tastatureingaben empfohlen, aber der Vorfall wirft grundsätzliche Fragen auf.
„Der Bug ist behoben, aber der Fall zeigt: Selbst die besten Hardware-Wallets sind nicht fehlerfrei“, sagt Juan Galt, Sicherheitsexperte und Autor dieses Artikels. „Das Problem liegt nicht in der Hardware selbst, sondern im Prinzip: Wer alle Bitcoin-Schlüssel bei einem einzigen Anbieter oder sogar auf einem Gerät speichert, geht ein unnötiges Risiko ein.“
Warum Single-Sig riskant ist – selbst ohne Bugs
Die meisten Bitcoin-Nutzer setzen noch immer auf Single-Signature-Wallets, bei denen ein einziger privater Schlüssel über ihre Funds entscheidet. Doch diese Methode birgt mehrere inhärente Risiken:
1. Geräteversagen oder Verlust: Geht das Hardware-Wallet verloren, kaputt oder wird beschädigt, sind die Bitcoins unwiederbringlich weg – es sei denn, es gibt ein Backup. Doch auch dann droht Diebstahl oder physische Gewalt.
2. Schlüssel-Diebstahl: Wird der private Schlüssel kompromittiert – durch Malware, Social Engineering oder physische Überwachung – sind die Bitcoins in Sekunden gestohlen. Und Transaktionen lassen sich nicht rückgängig machen.
3. Herstellerabhängigkeit: Viele Nutzer vertrauen blind darauf, dass Hardware-Wallet-Hersteller keine Fehler machen. Doch der Coldcard-Bug hat gezeigt: Selbst etablierte Unternehmen sind nicht unfehlbar.
„Bitcoin gibt dir die Kontrolle über deine Keys – aber das heißt nicht, dass du sie alle auf einem Gerät oder bei einem Hersteller lagern solltest“, betont Galt.
Die Lösung: Multi-Vendor-Multisig als neuer Standard
Um diese Risiken zu minimieren, empfehlen Sicherheitsexperten seit Jahren die Nutzung von Multisignatur-Wallets (Multisig), bei denen mehrere private Schlüssel – idealerweise von unterschiedlichen Anbietern – für eine Transaktion benötigt werden. Aber nicht nur die Anzahl der Schlüssel ist wichtig, sondern auch ihre Herkunft.
„Der Schlüssel lie
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Jetzt auf Coinbase starten →gt nicht nur in der Anzahl der Unterschriften, sondern in der Diversifizierung der Schlüsselquellen“, erklärt der Krypto-Sicherheitsexperte. „Wenn du alle drei Schlüssel bei Coinkite, Ledger und Trezor aufbewahrst, ist das schon besser als Single-Sig – aber im Grunde immer noch ein Single Point of Failure, wenn auch verteilt.“
Die optimale Lösung ist daher die Multi-Vendor-Multisig, bei der die Schlüssel von völlig unabhängigen Anbietern stammen, die unterschiedliche Sicherheitsmodelle und Implementierungen nutzen. Ein Beispiel:
- Schlüssel 2: Auf einem Coldbit-Gerät (alternative Hardware-Wallet mit anderer Firmware)
- Schlüssel 3: Als Shamir’s Secret Sharing (SSS)-Split auf zwei oder mehr papierbasierten Backups oder in einer verschlüsselten Cloud (z. B. über Glacier Protocol)
„Je unterschiedlicher die Schlüsselquellen, desto schwerer wird es für einen Angreifer, alle gleichzeitig zu kompromittieren“, erklärt der Experte. „Und selbst wenn ein Anbieter gehackt wird oder ein Gerät versagt, bleiben die Bitcoins sicher.“
Praktische Umsetzung: So wechselst du zu Multisig
Für Bitcoin-Nutzer, die bisher Single-Sig genutzt haben, mag der Umstieg auf Multisig zunächst kompliziert wirken – aber es ist machbar. Hier eine kurze Anleitung:
1. Wallet auswählen: Nutze eine Multisig-fähige Wallet wie Sparrow Wallet, Wasabi Wallet oder BlueWallet.
2. Schlüssel generieren: Erstelle mindestens drei private Schlüssel – idealerweise von unterschiedlichen Anbietern (z. B. Coldcard, Ledger, Trezor oder sogar Software-Wallets wie Specter-DIY).
3. Konfiguration festlegen: Definiere, wie viele Schlüssel (z. B. 2 von 3) für eine Transaktion benötigt werden. Die gängigste Einstellung ist 2-of-3.
4. Backups sichern: Speichere die Schlüssel an sicheren, physisch getrennten Orten (z. B. Safe, Bankschließfach, Familienmitglied).
5. Testen: Sende eine kleine Summe Bitcoin, um die Konfiguration zu überprüfen.
„Multisig erfordert etwas mehr Aufwand beim Einrichten, aber die zusätzliche Sicherheit ist es wert“, sagt Galt. „Besonders für größere Beträge oder langfristige Aufbewahrung gibt es keine Ausrede mehr, Single-Sig zu nutzen.“
Die Lehre aus dem Coldcard-Bug: Diversifikation ist der Schlüssel
Der Coldcard-Bug war ein Weckruf für die Bitcoin-Community. Er hat gezeigt, dass selbst die besten Hardware-Wallets nicht perfekt sind und dass die Abhängigkeit von einer einzigen Lösung gefährlich sein kann. Doch statt in Panik zu verfallen, sollte der Vorfall als Argument für bessere Sicherheitsstrategien dienen.
„Bitcoin gibt dir die Kontrolle über dein Geld zurück – aber diese Kontrolle erfordert auch Eigenverantwortung“, fasst Galt zusammen. „Wer seine Bitcoin wirklich schützen will, sollte nicht auf einen Anbieter vertrauen, sondern auf ein Netzwerk aus unabhängigen Schlüsseln.“
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