Aber mal ehrlich: Wer hat schon Lust, in einem System zu investieren, in dem selbst die Aufsichten nicht wissen, wer eigentlich das Sagen hat?
Wer regiert hier eigentlich? SEC vs. CFTC – ein ewiger Streit
Perpetual Futures, oder Perps, sind diese genialen – und manchmal gefährlichen – Finanzinstrumente ohne Laufzeitende. Sie ermöglichen es Händlern, auf die Kursentwicklung von Kryptos oder klassischen Aktien zu wetten. Theoretisch ein Traum für jeden, der Marktchancen nutzen will. Praktisch? In den USA ein Albtraum.
Denn während die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) für Rohstoffderivate zuständig ist, überwacht die SEC (Securities and Exchange Commission) Wertpapiere. Und genau hier wird’s haarig: Gehört eine tokenisierte Apple-Aktie nun zu den Wertpapieren oder zu den Rohstoffen? Die Antwort liegt irgendwo zwischen „Keine Ahnung“ und „Frag lieber nicht nach“.
Coinbase wollte eigentlich den Handel mit US-Aktien-Perps anbieten – doch jetzt sitzt das Unternehmen fest. „Es gibt eine jurisdiktionelle Überschneidung, die uns derzeit blockiert“, heißt es aus dem Unternehmen. Klingt fast so, als würde man einen Ferrari im ersten Gang fahren: viel Potenzial, aber keine Chance, richtig Gas zu geben.
Während die USA zögern, boomen tokenisierte Assets woanders
Während die US-Behörden sich noch in Diskussionen verlieren, läuft der Rest der Welt zur Hochform auf. Daten von RWA.xyz zeigen: Das Handelsvolumen von RWA-Perps ist 2026 bereits um das Vierfache gestiegen. Tokenisierte Immobilien, Anleihen, ja sogar Kunstwerke – alles wird über Blockchain-basierte Derivate gehandelt.
Und wer ist führend? Nicht die USA. Länder wie Singapur, die Schweiz oder die VAE haben längst klare Regeln geschaffen, die den Handel erleichtern. Europa? Die MiCA-Regulierung (Markets in Crypto-Assets) könnte hier bald Licht ins Dunkel bringen – inklusive Derivate auf tokenisierte Vermögenswerte.
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Jetzt auf Coinbase starten →en Punkt: „Wenn die USA ihre Blockaden nicht lösen, wird der Großteil des RWA-Handels in Übersee stattfinden. Das ist ein verlorener Chancen für die US-Wirtschaft.“
Das erinnert mich an eine Diskussion mit einem Banker vor ein paar Monaten. Der Mann war völlig begeistert von tokenisierten Anleihen – bis ich fragte, ob sein Institut das auch in den USA anbieten würde. Seine Antwort? „Nein. Da wissen wir ja nicht mal, wer uns bestraft, wenn wir was falsch machen.“ Willkommen im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – wenn auch mit unbegrenzter Bürokratie.
Warum US-Equity-Perps ein Game-Changer wären
1. Mehr Liquidität: Institutionelle Investoren könnten leichter in tokenisierte Märkte einsteigen, weil sie sich mit bekannten Assets absichern.
2. Arbitrage-Möglichkeiten: Händler könnten Preisdifferenzen zwischen traditionellen und tokenisierten Märkten ausnutzen – und das Geld liegt bekanntlich im Spread.
3. Beschleunigte Tokenisierung: Wenn Derivate auf traditionelle Assets zugänglich werden, steigt die Nachfrage nach tokenisierten Versionen. Ein klassischer Win-Win.
Doch ohne klare Regeln? Fehlanzeige. Coinbase-CEO Brian Armstrong hat es auf den Punkt gebracht: „Wir brauchen eine klare Aufteilung der Zuständigkeiten. Die SEC sollte sich auf Wertpapiere konzentrieren, die CFTC auf die derivativen Produkte.“
Wird die Politik endlich handeln?
Langsam dämmert es auch in den politischen Reihen, dass hier etwas schief läuft. Senatoren wie Cynthia Lummis und Kirsten Gillibrand haben bereits Gesetzesentwürfe vorgelegt, um die Krypto-Regulierung zu modernisieren. Doch bisher? Fehlanzeige.
Währenddessen hat die EU mit MiCA längst einen Rahmen geschaffen, der auch Derivate auf tokenisierte Vermögenswerte abdeckt. Noelle Acheson, Krypto-Analystin, warnt: „Die USA müssen handeln, bevor sie den Anschluss verlieren. Andernfalls werden innovative Unternehmen und Investitionen in Länder mit klareren Regeln abwandern.“
Die große Frage: Warten oder gehen?
Die Blockade bei US-Equity-Perps zeigt ein fundamentales Problem der US-Kryptoregulierung: Bürokratie und Zuständigkeitsstreitigkeiten ersticken Innovation im Keim. Während andere Länder ihre Märkte öffnen, bleibt die USA in einem Teufelskreis aus Unsicherheit und Stillstand gefangen.
Für Investoren heißt das: Entweder man weicht auf ausländische Plattformen aus – oder man wartet darauf, dass Washington endlich aufwacht. Bis dahin bleibt die bange Frage: Wie lange kann sich die USA es leisten, bei der Tokenisierungs-Revolution auf der Ersatzbank zu sitzen?
Ich tippe auf nicht mehr lange. Der Rest der Welt wartet nicht.
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